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Die pädagogische Ausrichtung des Wald- und Naturkindergartens Little Franklin hat zur Grundlage, dem Wohl des Kindes dienend, achtsam und positiv wertschätzend auf ein Kind zu schauen. Denn ein Kind ist in seinen Absichten und Handlungen weder gut noch schlecht, sondern eben so wie es ist, ganz im Hier und Jetzt. Gut und Schlecht als Kategorien finden sich im erwachsenen Urteilen und Moralempfinden und verstellen den wesenserkennenden Blick auf ein Kind.

Das Kleinkind bringt seine Charaktereigenschaften und bestimmte Anlagen mit, die es an seiner Umgebung entwickeln will. Dies ist ein wechselseitiger Prozess, und so entwickelt sich das Kind im Wesentlichen an dem, was es mit seinen Mitmenschen erlebt, und daran wie seine Umgebung und Beziehungen gestaltet sind. Positiv auf ein Kind zu schauen bedeutet seine Stärken zu unterstützen, ihm jeweils das anzubieten, was es für seine individuelle Entwicklung braucht. Es bedeutet nicht, mit defizitorientiertem Blick Schwächen zu diagnostizieren und weg erziehen zu wollen und somit das „Fehlende“ beim Kind zu suchen und zu betonen, sondern vielmehr das Besondere, was jedes Kind mit bringt, zu erkennen und wertzuschätzen.

Das Kind darf so sein wie es gerade ist, das bedeutet, wechselnden Stimmungslagen, Gefühlen, Absichten, körperlichen Fähigkeiten etc., kurz den individuellen Entwicklungsimpulsen, die primär nicht linear verlaufen, Be-Achtung zu schenken. Respektiert werden muss dabei das wechselnde und unterschiedlich stark ausgeprägte Bedürfnis des Kindes nach Eigenständigkeit, Individuation einerseits, und das Bedürfnis nach Gemeinschaft, Zugehörigkeit andererseits.

Als Erzieherin stellen wir uns in Beziehung zum Kind zunächst Fragen an uns selbst: “Wer und wie bin ich? Welches Bild habe ich von mir selbst, und welches Vor-Bild kann ich für das Kind entwickeln? Was möchte/muss ich (noch) entwickeln auf dem Weg zu einer stimmigen Persönlichkeit und „guten“ Erzieherin?“

Und im Blick auf das Kind fragen wir uns: „Wie geht es dir? Was willst du? Was brauchst du gerade (von mir)? Wer bist du?“

Der Mensch ist ein Entwicklungswunder mit vielfältigen Potentialen und einer ureigenen Geschichte. Was braucht ein Kind, um nicht nur aufzuwachsen, sondern gedeihen und seinen Anlagen gemäß erblühen, sprich sich selbst finden zu können?

Die Erzieherin ist das Vorbild, an dem sich das Kind im Sinne einer aktiven Selbstbildung orientieren kann. Ein Kind „erblüht“, wenn der Boden bereitet ist und die Nahrung, die es zum Wachsen und Entwickeln braucht, zur Verfügung steht. Was wir für eine förderliche und verantwortungsvolle Entwicklungsbegleitung als wichtig erachten, entwickeln und leben wir auch für uns selbst und im menschlichen Miteinander als vorbildende und vorbildliche Erzieherin: Ein freundlicher, achtsamer Umgangston, Wahrhaftigkeit und Offenheit auch in kritischen Situationen, achtsamer, bewusster Umgang mit der Natur und ihren Geschöpfen, Offenheit und Sensibilität für die eigene Weiterentwicklung und ein spirituell verankertes Bewusstsein im Blick auf das Verhältnis von Individualität zur Welt.